Grundlagen
Du sagst in normalen Worten, was du brauchst. Claude baut es. Du schaust es dir an und sagst, was noch anders soll. Programmieren musst du nicht, kaputtmachen kannst du nichts, und merken musst du dir von dieser Seite nichts.
Was du vorher brauchst
Einen Claude-Zugang mit bezahltem Plan und einen kostenlosen GitHub-Account. Für die Desktop-App auf deinem Rechner außerdem die Installation. Alles andere richten wir am ersten Tag gemeinsam ein. Die genauen Schritte stehen unter Starten.
Auf dieser Seite
Lesezeit etwa 6 Minuten. Die ersten drei Abschnitte liest du am Stück, die letzten beiden schlägst du nach, wenn ein Wort fällt, das du nicht kennst.
1. So laufen die vier Tage ab
Jede:r arbeitet am eigenen Vorhaben, in einer kleinen Gruppe im selben Raum. Am ersten Tag klärst du dein Vorhaben, am zweiten entsteht der erste Prototyp, am dritten verfeinerst du ihn, am vierten stellst du ihn vor und nimmst dein Projekt mit. Du bleibst die ganze Zeit im Gespräch und entscheidest mit.
Während Claude baut, gibt es immer wieder kurze Impulse, Austausch mit den anderen oder Zeit für eine Frage an den Trainer. Wartezeit ist also keine verlorene Zeit.
Vorhaben klären
Am ersten Tag beschreibst du dein Vorhaben in eigenen Worten, getippt in ein Chatfenster. Claude stellt Rückfragen, bis klar ist, was der Ablauf tun soll und was in vier Tagen realistisch ist.
Claude baut
Ab dem zweiten Tag baut Claude den Ablauf in n8n, zum Beispiel: eine Anfrage kommt rein, ein KI-Baustein sortiert sie und schreibt einen Antwortentwurf, der Entwurf wird gespeichert. Das dauert manchmal einige Minuten am Stück. Das ist normal, nicht abbrechen.
Testen
Claude probiert den Ablauf mit Beispieldaten aus und zeigt dir das Ergebnis.
Nachbessern
Passt etwas nicht, sagst du es einfach: „zu förmlich“, „bitte auch auf Englisch“, „so war das nicht gemeint“. Claude ändert es. Das ist der Normalfall. Hier verbringst du die meiste Zeit am zweiten und dritten Tag.
Oberfläche, wenn du eine brauchst
Sollen Menschen etwas anklicken können, baut Claude dazu eine kleine Webseite. Der Fachbegriff dafür ist Frontend.
Mitnehmen
Am vierten Tag räumst du dein Projekt auf. Workflows, Dokumentation und Code liegen in deinem eigenen Code-Repository und gehören dir, auch nach dem Bootcamp.
2. Womit du arbeitest
Zwei Werkzeuge, mehr nicht. Das eine redet mit dir, das andere macht die Arbeit weiter, wenn du längst Feierabend hast.
Claude Code
Claude Code ist dein KI-Kollege. Du schreibst ihm in normaler Sprache, was du brauchst, zum Beispiel „sortiere eingehende Anfragen und bereite Antworten vor“. Er versteht die Idee, baut den Ablauf, probiert ihn aus und erklärt dir, was er getan hat. Der Name klingt nach Programmieren. Das Programmieren übernimmt Claude, nicht du.
Du triffst ihn in einem Chatfenster, entweder direkt im Browser oder in der Desktop-App. Claude Cowork kennst du vielleicht schon: Es ist mit Claude Code verwandt, für das Bootcamp brauchst du aber Claude Code, weil nur dort dein Code-Repository entsteht.
Bild dazu: Wie ein sehr fähiger Kollege, dem du eine Aufgabe beschreibst und der sie umsetzt, während du danebensitzt und mitentscheidest.
n8n (gesprochen: enn-acht-enn)
n8n ist ein Baukasten für Abläufe. Du verbindest einzelne Bausteine zu einer Kette: Ein Auslöser startet den Ablauf („eine E-Mail kommt rein“), dann folgen Schritte („ein KI-Baustein schreibt eine Antwort“), am Ende steht eine Aktion („Entwurf speichern“). In n8n heißen diese Abläufe Workflows.
Bild dazu: Wie eine Reihe Dominosteine: Du stellst sie einmal auf, danach läuft der Ablauf jedes Mal von selbst durch.
Damit Claude den Ablauf wirklich bauen kann, gibt es eine Verbindung zwischen den beiden. Sie heißt n8n-mcp und liegt in deinem Projekt schon fertig.
Was Claude gebaut hat, siehst du in n8n im Browser: Kästchen mit Linien dazwischen, die du anklicken, ansehen und selbst starten kannst. Ab da läuft der Ablauf allein weiter, auch wenn dein Chat mit Claude längst zu ist.
3. Wie du mit Claude redest
Für diese Arbeitsweise gibt es ein Modewort: Vibe Coding. Es heißt nichts anderes als: Du sagst, was herauskommen soll, das Wie überlässt du Claude. Das Wichtige daran ist das Nachbessern im Gespräch.
So sieht so eine Nachricht aus
„Nach jedem Jour fixe schreibe ich die Aufgaben von Hand aus meiner Mitschrift ab. Ich hätte gern, dass daraus automatisch eine Liste mit Verantwortlichen und Terminen entsteht, die ich vor dem Versand noch anschauen kann.“
- Ganze Sätze in deiner normalen Sprache, Fachbegriffe brauchst du keine.
- Ein Ziel pro Nachricht. Alles Weitere klärt Claude durch Nachfragen.
- „Das ist nicht, was ich meinte, mach es anders“ ist eine völlig normale Antwort.
- „Erklär mir das nochmal einfacher“ darfst du jederzeit sagen.
Wie viel Claude allein darf
Du kannst einstellen, wie selbstständig Claude arbeitet: erst denken lassen oder direkt machen lassen. Für das Bootcamp brauchst du genau zwei Einstellungen.
Plan
Claude liest, denkt nach und schlägt einen Plan vor. Geändert wird nichts, bis du zustimmst.
Wann: Am ersten Tag beim Ausarbeiten deines Vorhabens und immer dann, wenn du erst verstehen willst, was passieren soll.
Bearbeiten erlauben
Claude arbeitet durch und ändert Dateien selbstständig, ohne jedes Mal zu fragen.
Wann: Ab dem zweiten Tag beim Bauen, wenn der Plan steht. Du schaust dir das Ergebnis danach an, statt jeden Schritt einzeln freizugeben.
So schaltest du um
- Im Browser: über die Auswahl direkt neben dem Eingabefeld. Ein Klick, dann wählst du Plan oder Bearbeiten erlauben.
- In der Desktop-App: mit
Shift+Tabdurch die Modi blättern. - Die Bezeichnungen können leicht abweichen oder auf Englisch stehen. Weitere Modi wie „Auto“ brauchst du nicht.
Du kannst nichts kaputtmachen
- Vor jeder Änderung an deinem Ablauf wird automatisch eine Sicherungskopie angelegt. Geht etwas schief, schreib „das hat nicht funktioniert, mach es rückgängig“.
- Fehler sind normal, auch bei Claude. Kopier die Fehlermeldung in den Chat und schreib „das kam dabei heraus“. Meistens findet Claude den Fehler selbst.
- Du kannst Claude jederzeit stoppen, wenn es in die falsche Richtung läuft.
- Und wenn gar nichts geht: Frag im Raum, dafür ist der Trainer da.
Ab hier ist Nachschlagewerk. Wenn du müde bist, hör hier auf, du hast alles Wichtige.
4. Was dazukommen kann, wenn dein Vorhaben es braucht
Diese Bausteine stehen bereit. Ob du einen davon brauchst, sagt dir Claude, wenn dein Plan steht. Für die meisten Vorhaben reicht n8n allein.
Tabelle (NocoDB oder n8n Data Tables)
Eine Tabelle im Browser, so ähnlich wie Excel. Gut, um Daten zu sammeln und anzuschauen, zum Beispiel Anfragen, Aufgaben oder Kennzahlen.
Datenbank (Supabase)
Für Vorhaben, die mehr brauchen: wenn sich Menschen anmelden sollen, wenn Dateien hochgeladen werden oder wenn in vielen Dokumenten nach Sinn statt nach Stichwort gesucht wird.
Oberfläche (Frontend)
Eine kleine Webseite, auf der Menschen etwas anklicken können. Claude baut sie mit, wenn du willst.
Echte Daten deiner Organisation? Für den Start arbeitest du am besten mit Beispieldaten, drei ausgedachte Mails oder eine anonymisierte Tabelle reichen. Soll dein Ablauf später auf Postfach, Kalender oder Teams zugreifen, braucht es meist eine Freigabe deiner IT. Die frühzeitig anzufragen spart im Bootcamp viel Zeit.
5. Wörter, die dir begegnen
Merken musst du dir hier nichts, es steht ja da. Diese Wörter fallen im Umgang mit Claude Code immer wieder.
CLAUDE.md- Ein Merkzettel, den Claude bei jedem Start von selbst liest.
- Darin steht, wie in deinem Projekt gearbeitet wird und wie ordentliche n8n-Abläufe aussehen.
- Liegt fertig bereit, du musst die Datei nie öffnen.
Skills- Zusatzwissen, das Claude sich für eine bestimmte Aufgabe dazuholt.
- Ersetzt die lange Beschreibung, die du sonst jedes Mal neu tippen müsstest.
- Claude greift von selbst zum passenden. Du kannst auch danach fragen, zum Beispiel „nimm bitte den Skill zum Testen“.
Bild dazu: Wie ein Fachbuch, das Claude im richtigen Moment aufschlägt.
MCP- Die Verbindung von Claude zu echten Programmen außerhalb des Chats.
- Wird gebraucht, wenn Claude nicht nur reden, sondern etwas tun soll.
- Bei dir ist das die Verbindung zu n8n. Sie heißt n8n-mcp und ist schon eingerichtet.
Code-Repository- Ein Ordner für dein Projekt auf GitHub, der sich jede Änderung merkt.
- Darin liegen deine Workflows, die Dokumentation und, falls du eine hast, deine Oberfläche.
- Er gehört dir. Nach dem Bootcamp kannst du ihn weitergeben oder selbst weiterbauen.
Bild dazu: Wie ein Aktenordner mit eingebautem Verlauf: Du kannst jederzeit sehen, was sich wann geändert hat.
Für Neugierige
- Hooks: feste Regeln, die von selbst auslösen, sobald etwas Bestimmtes passiert. In deinem Projekt legt eine davon nach jeder Änderung eine Sicherungskopie an.
- Subagents: ein zweiter Claude, der genau eine Aufgabe bekommt, mit eigenem Gedächtnis. Nützlich, wenn nebenher etwas recherchiert werden soll.
- Gründlicher nachdenken lassen: Tippst du im Eingabefeld einen Schrägstrich, öffnet sich eine Liste mit Einstellungen. Darin gibt es
/effort. Höhere Stufen liefern bessere Ergebnisse bei kniffligen Aufgaben und brauchen länger.
Du bist so weit
Mehr musst du vorher nicht wissen. Du sagst in normalen Worten, was du brauchst, Claude baut es, du sagst, was noch anders soll. Alles andere zeigen wir dir vor Ort.
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung gibt es für beide Wege: im Browser oder mit der Desktop-App. Noch unsicher beim Vorhaben? Schau bei den Themen und Beispielen.